Es ist schon lange Zeit für Frauen in Aufsichtsräten : Erfahrungsberichte von Frauen in Aufsichtsräten

 
Foto: S. Wilimzig-Wilke

(v. li n.re) Frau Chudziak, FiAR; Frau T. Pantazis (Regionalbeauftragte politische Bildung, VHS;
Frau S. Wilimzig-Wilke ,ASF Bezirksvorsitzende Braunschweig; und Frau N. Palm, Ratsfrau Stadt Braunschweig u.
Aufsichtratsvorsitzende in einem städtischen Unternehmen

 

Im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule Braunschweig (VHS) diskutierten Frauen aus Politik und Wirtschaft zum Thema " Frauen in Aufsichtsräten ". So berichteten zwei Braunschweiger Ratsfrauen von ihren Erfahrungen in und mit ihrem Aufsichtsratsmandat. Während die eine die Gradwanderung zwischen politischem Mandat und Aufsichtsratsarbeit beschrieb, berichtete SPD -Ratsfrau und Aufsichtsratsvorsitzende Nicole Palm plastisch, wie sie persönlich zu ihrem Mandat kam.

 
FiAR_9_016_BFoto: S. Wilimzig-Wilke

(v. li n.re)Frau K. Maak ,Mentee des nied. komunal Mentoringprogramms; Frau Chudziak, FiAR; Frau T. Pantazis, Regionalbeautragte politische Bildung VHS; Frau S. Wilimzig-Wilke ,ASF Bezirksvorsitzende Braunschweig;Frau N. Palm, Ratsfrau Brg. und Aufsichtratsvorsitzende in einem städtischen Unternehmen

Sehr anschaulich beschrieb sie, wie sich konkret die Arbeit als Vorsitzende gestaltet und welche Voraussetzungen Mann oder Frau  mitbringen sollten. "Fachliche Kompetenz, Sachbezogenheit und auch der regelmässige Kontakt  zu der Gesellschaft, für die diese Aufgabe übernommen wird, sind wichtige Voraussetzungen, um auch politisch aussagefähig zu sein und ernst genommen zu werden" , so Frau Palm.Dem Praxisteil war ein Vortrag von Frau M. Chudziak von der FidAR e.V. vorgeschaltet. Frau Chudziak, selbst Aufsichtratsvorsitzende in einem Wirtschaftsunternehmen, hier als Mitglied des erweiterten Vorstands, zeigte den langen Weg auf: von der erstmaligen Forderung des Wahlrechts der Frauen, 1902 über die Einführung des aktiven und passiven  Wahlrechts, der Rücknahme des passiven Frauenwahlrechts und der Wiedereinführung im Jahr 1949 bis hin zur ausformulierten verfassungs-rechtlichen Forderung der Gleichberechtigung durch Gesetzesmütter wie u. a. Elisbeth Selbert.

Wie sieht heute die Wirklichkeit aus? 50 Prozent Frauen und Männer sind wünschenswert und werden  von Frauenverbänden gefordert. Jedoch sieht die Vertretung in Aufsichtsräten in der Realität  anders aus. Hier gibt es nur einen Bruchteil an Frauen.

Eine erfahrene  Teilnehmerin, selbst Aufsichtsratsvorsitzende, berichtet davon, welches  notwendige "Handwerkszeug"  Frauen wahrnehmen sollten. Eine weitere Teilnehmerin, selbst ehemals Personal-referentin, erläutert, sie sei früher eine Gegnerin gar der Quote gewesen.  Heute weiß sie, dies war ein Fehler und die Quote ist ein wichtiges Hilfsmittel. Ohne Quote hatte sich gar nichts bewegt. Häufig suchen Förderer bis heute Personen, die ihnen selbst ähnlich  sind z.B. von der Herkunft und / oder von der Bildung.

Simone Wilimzig-Wilke, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft  Sozialdemokratischer Frauen im Bezirk Braunschweig (ASF), einst selbst durch ein kommunales Mentoring Programm zur Politik gekommen, weiß, wie wichtig  es für viele Frauen ist, gute Vorbilder zu haben. Auch als Mentorin konnte sie schon ihr Wissen weitergeben. Hierbei stellen sich für Frauen häufig noch ganz andere Fragen als für Männer, nämlich die Vereinbarkeit von Politik, Beruf und Familie.

Hierüber sind sich Frau Chudziak, Frau Palm, Frau Pantazis und Frau Wilimzig-Wilke sowie  alle beteiligten Frauen einig gewesen : Frauen müssen häufig  besser sein als ihre männlichen  Kollegen, um dieselben  Ziele  zu erreichen. Zudem sollten sich mehr Frauen dafür aufstellen, denn wir sind genauso kompetent.", stellt Kerstin Maak fest.

Die Regionalbeauftragte für Politische Bildung, Frau Frau Tanja Pantazis, hat damit eine langjährige  Forderung  der ASF und vieler anderer Verbände aufgenommen. " Es ist Zeit für Frauen in Aufsichtsräten". Bei einer gleichberechtigten Teilhabe der Geschlechter sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein, nicht nur dort, wo es gesetzlich vorgeschrieben wird.

 

 
 
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